Das waren mitunter die heftigsten Polarlichter, die ich jemals erlebt habe. Seit dem 5. April 2000 suche ich aktiv nach dieser Erscheinung. Und wir hatten in dieser Zeit auch schon ordentliche Ausbrüche auf der Sonne. Aber es müssen viele Faktoren positiv zusammenspielen, um heftige Polarlichter zu erzeugen. Und so war die Beobachtung vom 19.01.2026 für besonders beeindruckend.

Dabe ging der Abend noch relativ harmlos los. Es enstanden die typischen Vorhänge, wie man sie immer wieder mal vor allem fotografisch, aber auch mit dem Auge in schwarz-weiß beobachten konnte. Aber spätestens wenn auch das menschliche Auge die Farbe auflösen kann, wird es spannend am Himmel. Für die Kamera sowieso. Bereits an dieser Stelle hätte man für die Erwartungen in unseren Breitengraden zufrieden sein können.

Bis sich erste Überraschungen zeigten. Das ging manchmal ganz schnell. Typisch sind rote Vorhänge mit einzelnen, manchmal auch weiß wirkenden Beamern dazwischen, unter denen man den üblichen grünen Saum beobachten kann. Dann aber mischte sich ein andere „Grün“ in die Bilder, das ich im Nachhinein als RAGDA bezeichnen würde. Im folgenden Bild kann man das ziemlich in der Bildmitte beobachten. Direkt unter dem Roten Rand entstand ein grüner Streifen, der sich vom „grün“ am Horizont abhob.

Einige Zeit später gewann das Grün an Intensität und übertrumpfe die Anwesenheit von Rot. Außerdem trennten sich die beiden Grün deutlich voneinander ab. Bis sich das (RAGDA)-Grün über das Rot schob um plötzlich oberhalb der roten Vorhänge nochmal eine ganz eigene Struktur anzunehmen. Das hatte ich so zumindest in unseren Breiten noch nie beobachten können.

Dieser zweite grüne Streifen zog sich phasenweise weit über den Zenith hinaus bis in südliche Richtung. Wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass auch dieses grün von einem zarten Rot begleitet werden konnte.

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