
Wenn man die Andromedagalaxie fotografiert kann man erahnen, dass in ihren Spiralarmen mehrere Nebel im H-Alpha-Licht leuchten. Gut sichtbar sind sie aber nicht. Es schwebte mir schon länger vor, diese Nebel sichtbarer abbilden zu können.
Obige Aufnahme setzt sich aus der normalen RGB-Fotografie (wie sie jeder Foto macht) und speziell einer Serie von H-Alpha-Aufnahmen zusammen. Die RGB-(oder auch Weißlicht)-Fotografie macht die Galaxie so sichtbar, wie wir sie mit den Augen sehen könnten. Die roten Nebel, die enlang der Spiralarme sichbar werden, habe ich mit einem speziellen Filter aufgenommen, der fast nur dieses Licht durchlässt und das restliche Licht abblockt. So entstanden zwei verschiedene Aufnahmen, die man im folgenden (sternbefreiten) Schiebebild gut miteinander vergleichen kann.


Beide Bilder entstanden mit mit dem TSAPO100Q und der gekühlten ASI2600MC-P Kamera. Die Weißlichtaufnahme (rechts) wurde dabei 13500 Sekunden belichtet. Die H-Alpha-Aufnahme (links) entstand in einer zweiten Nacht mit dem L-Extreme Filter von Optolong und wurde 4500 Sekunden belichtet.
Anschließend wurden beiden Bilder getrennt bearbeitet. Sie wurden also von einem linearen 32bit-Bild in ein gestrecktes umgewandelt und dabei in der Intensität angepasst. Sonst wäre das H-Alpha-Bild wesentlich dunkler. Anschließend wurden die Bilder zusammengerechnet und haben ihre Sterne wieder zurück bekommen. So entstand ein Summenbild mit 18000 Sekunden Belichtung, also mit exakt 5 Stunden Aufnahmezeit.

Deutlich sind die H-Alpha-Regionen in den Spiralarmen zu entdecken. Auf der anderen Seite der Galaxie hingegen wird ein eher kühl wikrender weißer Fleck deutlich. Kühl sind diese Sterne allerdings überhaupt nicht. Im Gegenteil. Es handelt sich um extrem heiße, massereiche junge Sterne. In diesem Gebiet werden also Sterne geboren (falls man das so sagen kann). Es handelt sich dabei um das Sternentstehungsgebiet NGC206 (siehe nächstes Bild, rechte Bildhälfte oben).

Alle Aufnahmen entstanden am Wochenende vom 12. und 13. Oktober 2026