Von Halophänomenen spricht man erst, wenn mindestens fünf Halo-Erscheinungen gleichzeitig (oder zumindest in zeitlichem und örtlichen Zusammenhang) beobachtet werden können. Dies war am späteren Nachmittag des 21.09.2012 in Hammelburg mit insgesamt sieben Haloarten der Fall: 22°-Ring, Oberer Berührungsbogen, Nebensonnen, Horizontalkreis, Parrybogen, 120°-Nebensonne und Zirkumzenitalbogen. Der Fachmann würde sogar den extrem seltenen 46°-Ring in den Bildern entdecken.

Da die Entstehungsbedingungen relativ lange konstant erhalten blieben, konnte ich eine Vielzahl von Aufnahmen machen. Lediglich die doppelte Orientierung von Eiskristallsäulen in der Luft war leichten Schwankungen unterlegen.

Wie so oft in solchen Situationen begann die Haloerscheinung erst einmal relativ harmlos mit 22°-Ring, Oberem Berührungsbogen (OBB), Nebensonnen und angehendem Horizontalkreis.

Der Beobachtung schloss sich sehr zügig der vollständige Horizontalkreis an. Die folgende Aufnahme wurde mit einem Fischaugenobjektiv (8mm an APS-C) gemacht. Der Blick geht dabei Richtung Zenit.

Die Erscheinung deutete bereits an, dass sowohl Eisplättchenkristalle und Eissäulenkristalle in der Atmosphäre verteilt waren. Letztere gab es in einfach orientierten und nicht orientierter Menge ausreichend. Mit der Zeit richteten sich die Eiskristallsäulen zum Teil doppelt aus (Parryorientierung). Entsprechen war der relativ seltene Parrybogen zu beobachten.

Später bildete sich auf dem Horizontalkreis auch noch die typischerweise farblose 120°-Nebensonne. Diese befindet sich im folgenden Bild ziemlich genau in der Bildmitte.

Mit der weiteren Abnahme der Sonnenhöhe erlaubten die Eiskristallplättchen auch die Entstehung des Zirkumzenitalbogens (ZZB), der immer wieder mal mit dem Regenbogen verwechselt wird. Verglichen mit dem Regenbogen steht er aber auf dem Kopf. Er kann aber ähnlich farbintensiv werden, wie ein Regenbogen.

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