Die Aufnahme zeigt den Verlauf der Sofi über den Ruinen des antiken Side. Sie entstand mit einem Meade SC4” mit einer effektiven Brennweite von 1008 mm und einer EOS 20D.

Zusammen mit Dirk Zirwick (Saaletalobservatorium Euerdorf) und Bernhard Loose (Hammelburg) reiste ich vom 27.03.06 bis zum 30.03.06 in die Türkei nach Manavgat/Side um die totale Sonnenfinsternis zu fotografieren. Wir begannen unsere Erkundungstour im antiken Side, um einen idealen Beobachtungspunkt in historischer Kulisse und zugleich auf der Zentrallinie der Finsternis zu finden.

Während es in Hammelburg am 29.03.2006 bewölkt und die Sonne ohnehin nur zu etwa 40% bedeckt war, konnte man im türkischen Side die Finsternis in ihrer vollen Pracht bewundern. Mit fünf digitalen Spiegelreflexkameras, einem Videocamcorder und drei Teleskopen ausgestattet, fanden wir einen schönen Beobachtungsplatz. Inmitten der im Sand versinkenden Ruinen des antiken Side, zwischen Säulen und Bögen bauten wir schon Stunden vor dem Ereignis unsere Technik auf. So konnten über einen längeren Zeitraum Nachführung und Schärfe der Optiken eingestellt, erste Testaufnahmen gemacht und ausgewertet werden.

Eine Kamera hatten wir fest im Sand fixiert. Automatisch fotografierte sie alle 60 Sekunden ein Bild. So konnten wir den Verlauf der Finsternis, aber auch den Lauf der Sonne am Himmel festhalten. Die Überlagerung aller Bilder zeigt die Wanderung der Sonne über den Himmel (bild von links).

Begleitet vom Rauschen des Meeres wuchs allmählich die Anspannung, bis um 12:38 Uhr Ortzeit der Mond zum ersten Mal die Sonnenscheibe bedeckte. Im Lauf der nächsten Stunde verlor die Sonne dann immer mehr an Leuchtkraft und tauchte die wüstenartige Landschaft in eine mystische Stimmung. Dem Sinken der Temperatur um etwa zehn Grad folgte ein kalter Wind und ließ uns alle nach unseren Jacken suchen.

Um 12:55 Uhr rauschte dann der Mondschatten mit Überschallgeschwindigkeit auf die Beobachter zu. Die letzten Sonnenstrahlen blitzen durch Mondtäler und zeichneten die berühmte Perlschnur an den Himmel, ehe der Himmel verdunkelte und die Sonne gänzlich verschwand.

In der Finsternis erstrahlte nun die weiß glühende Corona um die verdeckte Sonne und der Horizont über dem Meer leuchtete feuerrot. Es ist genau dieser Moment, der tausende Finsternisreisende immer wieder in ihren Bann zieht, vor Begeisterung applaudieren und jubeln lässt. Weil sie nicht anders können. Hören Sie sich dazu mal die Aufnahmen der Finsternis aus Sambia/Afrika an.

Deutlich sind in der Corona die Magnetfeldlinien der Sonne zu erkennen. Die Form der Corona hängt damit mit dem Auftreten von Sonnenflecken zusammen.

Nach 3 Minuten und 42 Sekunden hatte der Mond die Sonne passiert und gab die ersten Sonnenstrahlen wieder frei. Mit ihr kerte das Licht zurück, die Vögel begannen wieder zu singen und die Temperatur steig wieder deutlich an. Und während die Sonnenscheibe wieder zu ihrer vollen Größe anwuchs, blieb die Begeisterung der Menschen und zwang sie förmlich zum Gespräch.

Um 15:13 Uhr endete die Finsternis mit dem letzten Kontakt und wir packten begeistert ein.

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